LEB Mitarbeiter*innenfortbildung in Belarus

Ein Reisebericht von Jascha Jennrich, Fachbereichsleiterin International

LEB Mitarbeiter*innenfortbildung in Belarus

Vom 12. Bis 17. Mai 2019 fuhren wir mit einem Team aus 8 Mitarbeiter*innen der LEB Niedersachsen nach Belarus, um die Arbeit unseres Kooperationspartners, des „YMCA Belarus“, sowie Land und Leute besser kennenzulernen. Bereits 2017 fuhr eine Gruppe in die Ukraine, um den dortigen Partner „YMCA Ukraine“ zu besuchen. 2018 folgte eine Gruppe nach Rumänien. Alexander Drachuk, Generalsekretär des YMCA Belarus, war die gesamte Woche für uns da und zeigte uns seine Arbeit sowie sein Land – ein fantastischer Gastgeber, dem wir sehr dankbar sind!

Gemeinsam besichtigten wir Minsk und erfuhren viel über seine Geschichte. Anschließend fuhren wir durch eine schöne europäische Landschaft im Frühling in den Ort Woloschin. Hier erlebten wir, dass die Unterschiede zwischen Stadt und Land in Belarus noch sehr deutlich spürbar sind. In Woloschin betreiben Freiwillige des YMCA ein kleines Jugendzentrum, in dem sich Gruppen für sportliche und spielerische Aktivitäten treffen. Unterschwellig geht es immer um die Themen Selbstbestimmung und aktive Bürgerschaft. Die deutschsprechenden Freiwilligen zeigten uns ihren Ort und die Gegend drumherum. Hier steht das Geburtshaus von Shimon Peres, ehemaliger israelischer Ministerpräsident, und auch ein alter deutscher Soldatenfriedhof aus dem Ersten Weltkrieg ist erhalten. Der Abend klang bei einem gemeinsamen selbstgekochten Abendessen (lecker Pelmeni!) aus.

 

Jugendzentrum Woloschin      

Bild links: Jugendzentrum Woloschin, Bild rechts: Geburtshaus von Shimon Peres

Am nächsten Morgen fuhren wir nach Ponemontsy, wo der YMCA eine alte Dorfschule geschenkt bekam, um daraus eine Jugendbegegnungsstätte zu bauen. Idyllisch gelegen am Ufer der Memel sind drinnen wie draußen viele Aktivitäten möglich. Die Renovierungsarbeiten sind bereits fortgeschritten und erste Sommercamps haben hier stattgefunden. Im August 2019 wird hier ein internationales Camp mit jungen Erwachsenen aus Rumänien, der Ukraine, Belarus und Deutschland stattfinden. Interessierte können sich gerne melden, genauere Infos folgen! Am Abend trafen wir uns mit den Freiwilligen des YMCA aus Lida in der dortigen Brauerei. Bei Bier und Wodka erzählten sie uns noch mehr über das nahegelegene Ponemontsy und ihre Arbeit vor Ort.

Unser dritter Tag in Belarus führte uns zu einer lokalen Glasfabrik und nach Niasvizh, wo wir das Schloss der Familie Radziwill besichtigten, heutiges UNESCO-Welterbe. Sie ist eine der wenigen in Belarus erhaltenen Schlossanlagen. Im Schlosspark lernten wir auch die didaktischen Aspekte des Geocachings kennen. Abschließend fuhren wir zurück nach Minsk, wo wir uns am Abend ein weißrussisches Kulturerbe ansahen, den Zirkus in einem Gebäude, das jeder Oper Konkurrenz macht.

Das Schloss der Familie Radziwill gehört zum UNESCO-Welterbe.

Bild: Scloss Radziwill

Am letzten Tag trafen wir uns zu einer Evaluationsveranstaltung. Gemeinsam trugen wir verschiedene Ideen für zukünftige, gemeinsame Projekte zusammen. Unter anderem wurden diese Punkte genannt:

  • Fähigkeiten, Fertigkeiten einüben: Einkochen (Marmelade etc.); Fischen lernen; Angelreusen bauen; Kochen allgemein; Erste-Hilfe; Selbstverteidigung für Frauen; Scouting; Wildobst sammeln; Klettern
  • Dinge herstellen: Marmelade, Obst und Gemüse der Region anbauen; Beeren und Kräuter sammeln und konservieren; Baumklötze zum Kochen
  • allgemeine Fragen diskutieren: Integration; Geschichte; Nutzung der Umwelt; Naturbeobachtung
  • Sport und Freizeit: Wettbewerbe; den Fluss nutzen, Floß bauen, Steg bauen; Geocaching; nationale Begegnungsabende

Außerdem besprachen wir, gemeinsam mit weiteren Freiwilligen des YMCA, das Camp im Sommer. Danach besichtigten wir das neue „Great Patriotic War Museum“, das sich mit dem Zweiten Weltkrieg beschäftigt. Zum Abschluss folgte ein typisch weißrussisches Abendessen.

Die LEB-Reisen sollen auch in Zukunft weiterhin durchgeführt werden, um noch mehr Mitarbeitenden die Möglichkeit zur internationalen Bildung und zum internen Austausch zu geben. Wer Kontakte in die drei bisher besuchten Länder (Rumänien, Ukraine, Belarus) oder darüber hinaus in ein anderes europäisches Land hat, kann sich gerne bei uns melden! Eventuell entstehen dadurch neue Bildungsreisen.

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